Ainthworth Bucht- Wanderung auf verlorenem Gletscher

Ainsworth Bucht

Die Ainsworth-Bucht, eine wunderschöne Bucht im Herzen der Darwin-Kordillere im Nationalpark Alberto de Agostini.

In der Ainsworth Bucht findet man den Marinelli-Gletscher, den mächtigsten Gletscher Feuerlands, den wir leider nicht besichtigen konnten. Dieser Gletscher hat sich in den letzten 100 Jahren ca. 17 km zurück gezogen. Im südpatagonischen Eisfeld wurde in den vergangenen Jahrzehnten kein Gletscher beobachtet, der geblieben oder gar gewachsen ist. Diese Zeitzeugen des Weltklimas verlieren mehr oder weniger schnell an Substanz. Die Temperaturen sind im 20. Jahrhundert um etwa ein Grad Celsius gestiegen. Deshalb kehrt vielerorts nun langsam das Leben zurück. Auf blankem Steinen sehen wir Flechten als neue Vegetation eine erste Grundlage.

Mit der Ainsworth Bucht beginnt unsere spannende Expedition. Unser Expeditionsschiff ankert etwas abseits. Für das Anlanden sind wir warm und wasserdicht angezogen. Die Temperaturen in dieser Region fast am Ende der Welt sind mitunter extrem und wechselhaft. Bevor wir das Schiff verließen, musste jeder mit den Schuhen durch ein Desinfektionsbad laufen, damit keine Krankheiten, Keime oder Samen eingeschleppt werden. Am Heck liegen die Zodiac Schlauchboote, die uns an Land bringen sollen. Mit der vorher einstudierten „Cha- Cha- Cha“- Schrittfolge und Hilfestellung der Crew klappt ein gesicherter Einstieg in die wackligen Schlauchboote. Nach einem ersten, tollen Wellenritt sind wir an einem Kiesstrand angekommen. Jetzt dürfen wir die dicken Schwimmwesten ablegen, diese werden mit Steinen vor dem Wegwehen gesichert.

Je nach Sprache werden wir in Gruppen einem Guide zugeteilt. Unser Guide heißt Klara, kommt aus Barcelona und ist Meeresbiologin. Sie wird uns in den nächsten Tagen begleiten. Wir bewegen uns auf ehemaligem Gletschergebiet. Flechten, niedrige Büsche, hübsche Pflanzen, aber auch eine Art dürre Nadelbäume eroberten den einst kargen Boden.

Als erstes fanden wir am Strand „Kelp“ eine bis zu 100 Meter lange Algen- Art, die als Kelp-Wald (Tangwald) in den kalten Gewässern wächst. Sie besteht aus Blättern und Blasen, die mit Gas gefüllt sind. Diese Blasenhalten die Pflanze aufrecht und dicht an der Wasseroberfläche. Um auf dem Meeresboden Halt zu finden, bilden diese Pflanzen einen Wurzelkneul, der sich z. B. um einen Stein windet, damit die Pflanze unten gehalten. Klara erklärte uns die Besonderheiten der hier, auf den ersten Blick, unscheinbaren Pflanzen-und Insektenwelt und wir lernten viel Neues.

Die Guides haben auf der Expedition noch weitere Aufgaben. Sie nehmen unterwegs regelmässig Daten von signierten Bäumen und Sträuchern auf. Oder sammeln den Müll auf, den die Besucher vor uns achtlos fallen lassen. Wir sind wirklich auf einer echten Expedition. Unter den Crew Mitgliedern sind Wissenschaftler, die in den Buchten tauchen und unter Wasser Messdaten erfassen. Wir dokumentieren z.B. unbekannte Insekten, denn wir hatten einen kleinen Käfer gefunden, der bis dato noch nicht erfasst war. Es bleibt abzuwarten, ob er wirklich von hier ist.


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Veröffentlicht von locceen

Digital Life Consultant

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