Wulaia Bucht – Hier lebten Indianer und Goldgräber…

Nordwestlich des Beagle-Kanals folgt die majestätische „Allee der Gletscher” und über den Murray-Kanal erreicht man die Wulaia-Bucht mit ihrem Magellanschen Urwald, der aus Lenga-Bäumen, auch Südbuchen oder Scheinbuchen genannt. Sie ist von großer historischer Bedeutung für die Gegend, da sich dort einst eine der größten Yamana-Indianersiedlungen der Region befand.

Heute nachmittag 15 Uhr startet unser letzter Ausflug bei sonnigem Wetter und angenehmen 8 Grad, mit Anlandung in der Wulaia Bucht, wo schon Darwin Station machte. Hinter einer von kleinen Inseln gesprenkelten Meerenge erheben sich in der Ferne die weißen Gipfel der Feuerländischen Anden. Hier steht nur noch ein intaktes Gebäude: die verlassene Radiostation, heute ein Infopoint in 4 Sprachen über die ausgestorbenen Indigenenvölker Feuerlands. Und ein 2 Ruinen, Reste einer riesigen Goldgräbersiedlung aus dem 19. Jh.. Dafür Blumen, wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Butterblumen, wie bei uns.

Unser Guide Enzo führte uns durch den urigen Wald mit skuril aussehenden Bäumen, auf einem alten Yámana-Pfad vorbei an einer nachgebauten runden Indianerhütte aus Zweigen mit Feuerstelle. „Wenn man hier gräbt, kann man auf 4500 Jahre alte Speerspitzen aus Walknochen stoßen.“ Den Archäologen wie den Naturschützern machen jedoch ausgewilderte Tierarten zu schaffen. „Eingeführte Biber und Schweine zerstören die Fundstätten und bringen das hiesige Ökosystem durcheinander.“

Von der Anhöhe oberhalb der Bucht hat man eine traumhafte Aussicht auf die Wulaia-Bucht, die umliegenden, kleinen, grünen Inseln und die Gletscher im Hintergrund. Hier erklärte uns Enzo das Ritual des „Patagonia Moments„. Die gesamte Wandergruppe hielt hier für 5 Minuten inne und genoß schweigend diese wunderschöne Aussicht. Dieser Ausblick wird uns lange in Erinnerung bleiben. Denn unsere Expedition nähert sich dem Ende.

Nach dem ausgezeichneten Abschiedsdiner trafen sich Gäste und Offiziere in der Sky Bar auf einen letzten Drink. Dabei wurden die schönsten Fotos von den Gästen gezeigt (konnten wir an der Rezeption einreichen). Zum Abschluss wurde vom Käpitän die Seekarte von Kap Hoorn versteigert. Für 300 Dollar ging sie an einen Gast aus Brasilien. Nach interessanten Gesprächen mit den Guides kamen wir erst gegen Mitternacht in die Kabine. Wir hörten noch die argentinischen Grenzkontrolleure lärmen, die die Einreise nach Argentinen in unsere Pässe stempelten und schliefen schnell ein. Der letzte Hafen, an dem wir morgen anlegen, ist Ushuaia in Argentinien.


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