Kap Hoorn – 2 Ozeane treffen auf einander

Kap Hoorn (span. Cabo de Hornos) ist eine Landspitze auf der chilenischen Felseninsel Isla Hornos. Kap Hoorn ist der südlichste Punkt Südamerikas und wurde von einer Expedition der Hoorner Austraalse Compagnie vom niederländischen Seefahrer Willem Cornelisz Schouten am 29. Januar 1616 erstbeschrieben und zu Ehren des Rates der Stadt Capo Hoorn benannt.

Bis zur Eröffnung des Panamakanals im August 1914 war die Route um das Kap Hoorn eine wichtige Schifffahrtsroute. Sie war neben der etwas weiter nördlich verlaufenden Magellanstraße der kürzeste schiffbare Weg, von Europa aus an die Westküste Amerikas – z. B. nach Chile oder nach Kalifornien – zu gelangen.

Die Umrundung des Kaps gehörte zu den gefährlichsten Schiffspassagen. Bis zur Fertigstellung des Panamakanals im Jahr 1914 war die Umschiffung des Kaps die etwas günstigere Möglichkeit, vom Atlantik aus zur südamerikanischen Westküste zu gelangen. Die dafür auch in Frage kommende Magellanstraße und der Beagle-Kanal, die bereits Jahrhunderte zuvor von Schiffen der Niederländischen Ostindien-Kompanie sowie britischen Forschungsschiffen durchsegelt wurden, boten ihrerseits für Segelschiffe ebenfalls schwierige Wetter- und Strömungsverhältnisse.

Am Kap Hoorn ist vor allem die Passage vom Atlantik zum Pazifik gegen die Westwinddrift gefährlich und schwierig. Es forderte von den in diese Richtung segelnden Schiffen ein ständiges Kreuzen bei hoher See und Regen, Kälte, schlechter Sicht und Eisbergen. Schätzungen zufolge wurde die See vor Kap Hoorn mehr als 800 Schiffen und mehr als 10.000 Menschen zum Verhängnis und zum größten Schiffsfriedhof der Welt. Zum Gedenken an diese Seeleute wurde am 5. Dezember 1992 ein Denkmal, Werk des Künstlers José Balcells, auf dem Kap eingeweiht, das einen stilisierten Albatros darstellt. Ein Gedicht der chilenischen Dichterin Sara Vial für die Ertrunkenen findet man auf einer Tafel in der Nähe:

Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet.
Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute,
die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde.
Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen,
denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeit in die Ewigkeit,
wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.

Das Denkmal war ausgelegt, Stürmen mit bis zu 200 km/h zu trotzen. Dennoch konnte am 10. November 2014 die westliche Hälfte dem Wind nicht Stand halten. 2015 wurde es restauriert und am 27. Oktober konnte es erstmals wieder besichtigt werden.

Unser Schiff erreichte früh morgens Kap Hoorn bei sehr unruhiger See, 7 Grad und leichtem Regen. Wir erfuhren erst eine Stunde zuvor, ob wir anlanden konnten oder nicht. Wir sollten uns ab 6.00 Uhr bereithalten. In der Lese-Lounch gab es ab 6.20 Uhr Kaffee, Tee und kleine Snacks. Man mußte nicht mit leerem Magen los. Heute galten hier besondere Regeln: Wir behielten während des gesamten Landganges unsere Schwimmwesten an. Und sollte der Kapitän das Schiffshorn betätigen, galt der sofortige Rückzug. Kurz vor sieben Uhr kam die Durchsage. Beim Einsteigen in das Schlauchboot fanden wir die Wellen schon bedenklich höher als sonst. Aber jetzt kurz vor dem Ziel wollten wir nicht kneifen. Außerdem fanden wir es total aufregend.

Bei der Anlandung auf der Insel mit mobilem Steg schaukelten die Schlauchboote recht ordentlich und die eine oder andere Welle schwappte über die Passagiere. Ein kleines Abenteuer, trocken an Land zu kommen.

Auf der Insel wanderten wir auf hölzernen Treppen und Stegen zu den einzelnen Zielen. Unser erster Weg ging hoch zum Albatros – Denkmal. Wir waren begeistert, hier zu sein. Man möchte die Zeit anhalten und nur schauen. Trotz der guten Aussicht von auf das eigentlich unscheinbare Kap wird es einem leicht ungemütlich bei dem Wissen, das die Umrundung des Kaps zu den gefürchtesten Schiffspassagen gehörte und hier viele tausend Menschen den Tod fanden.

Dann besichtigten wir die hübsche Holz-Kapelle, besuchten das Wohnhaus der einzigen Familie auf der Insel und lernten die Frau des Kommandanten und seine bezaubernden kleinen Töchter kennen. Hier bekamen wir unseren einzigartigen Besucherstempel auf einen Zettel. Leider nicht in den Pass, dieser wurde zu Reisebeginn auf dem Schiff in Verwahrung genommen.

Die Rückfahrt zu unserem Expeditionsschiff war noch deutlich ungemütlicher als bei der Anladung. Wir mußten sehen, schnell zurückzukommen, die Flut ließ das Wasser ansteigen und den Helfern in Taucheranzügen stand das Wasser zum Schluss schon bis zur Brust. Beim Einsteigen in das schaukelnde Schlauchboot erwischte uns doch noch eine große Welle. War nicht schlimm mit Regenhose und wasserdichten Schuhen. Wir hatten aber auch so ein Glück mit dem Wetter. Wenn Engel reisen…..

Der ganz Ausflug dauerte 1,5 Stunden. Nach unsere Rückkehr gegen halb neun gab es ein ordentliches Frühstück.

Endlich am Ziel – der südlichste Punkt Südamerikas. Wir haben es geschafft.

Der Albatros ist ein bedeutendes Denkmal auf der Insel. Vor hier aus sieht man das eigenliche Kap Hoorn im Hintergrund.

Und hier kommt das berühmte Kap Hoorn. Der unscheinbare Gipfel ist das Kap Hoorn.


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Veröffentlicht von locceen

Digital Life Consultant

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